"Berlin: Refuge and Music" – Ahmed Yacoubs Film über Straßenkünstler in Berlin

Fasziniert von der Straßenkünstler-Community, nutzte der ehemalige CrossCulture Praktika (CCP) Stipendiat Ahmed Yacoub aus Giza (Ägypten) die Gelegenheit für eine eigene Videodokumentation, "Berlin: Refuge and Music". Während seiner Arbeit bei Vice Media (2015) ist er jeden Tag nach der Arbeit losgezogen, um Material für seinen Film zu finden. Seine gelungene Videodokumentation gibt es hier zu sehen. In einem kurzen Interview schildert er zudem seine Eindrücke zu Street Art, Selbstausdruck und zur Szene.

Ahmed, wie würdest du den Entstehungsprozess deiner Videodokumentation beschreiben?

Die Idee entstand aus meiner Faszination für Berlin und die Freiheit, die die Menschen hier genießen. Ich wollte die künstlerische Freiheit aus einer nicht-deutschen Perspektive in meinem Film festhalten. Ich habe bei Vice Media nach einer Kamera gefragt und bin nach getaner Arbeit Tag für Tag auf die Straße gegangen. Ich habe verschiedene Musiker getroffen und habe sie interviewt. Zu meiner Verwunderung haben sich die Musiker alle gekannt. Einmal wurde ich gar zu einer spontanen Jam Session in die U-Bahn-Haltestelle Rosenthaler Straße eingeladen. Ich bin dann sofort in mein Büro, habe die Kamera genommen und mit den Musikern losgezogen.

Wie fiel die Reaktion deiner Freunde zum Video aus?

Meine Vorstellung einer Straße war stets, dass sie lediglich dazu dient, um von A nach B zu kommen. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass es ein Ort für Selbstverwirklichung oder Kunst sein kann. Wenn ich beispielsweise in Kairo fotografiere, muss ich die ganze Zeit damit rechnen, möglicherweise ins Gefängnis zu kommen oder von einem Polizisten verhört zu werden. Das ist mir wirklich häufig passiert. Aber in Berlin genieße ich es, einfach so durch die Straßen zu laufen, Kunstwerke zu sehen, Musik zu hören oder Fotos zu schießen. Die meisten meiner Freunde waren – wie ich – davon begeistert, wie die jungen Menschen Multikulturalität und Freiheit genießen.

Wie würdest du die Atmosphäre der Street-Art-Künstler in Berlin beschrieben, nachdem sie so viel Zeit in der deutschen Hauptstadt verbracht haben?

Für den Film habe ich mich für eine Perspektive eines Nicht-Deutschen entschieden, weil so viele Künstler aus aller Welt nach Berlin kommen, um diese Freiheit zu genießen. Sie können ohne Probleme ihrer Kunst nachgehen. Ahmed, ein syrischer Rapper, hat zu mir gesagt, dass er in Syrien nicht mehr rappen könne. Er hat gehört, dass Berlin ihm diese Freiheit ermöglicht und hatte anschließend großes Glück, dass er durch die Behörden nach Berlin zugeteilt wurde.

Ahmed Yacoub, 2015